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“Has’u irgendwelche Neujahrs --- Neujahh --- Neujahrsvorsätze, Engel?“
“Was meinst du damit?”
Erziraphael betrachtete Crowley mit einem amüsierten Blick während der Dämon seine Hände herumwedelte, als würde das sein Geplapper erklären, ganz dramatisch und hüchst stilvoll, mit seinen schwarzen Fingernägeln, der Wein schwappte bei der Bewegung in seinem Glas herum aber nie über. Der Engel selbst war schon wieder nüchtern, weil er keine Lust darauf hatte betrunken einzuschlafen und dann mit einem Kater aufzuwachen, dabei vergaß er ganz, dass er natürlich die Fähigkeit seiner hatte dass Leiden einfach wegzuwünschen; Crowley aber war immer noch absolut blau und trieb es auch gerade nur weiter an, sein Glas wieder auffüllend stellte er die Flasche wieder voll hin als hätte er nichts eingeschenkt.
“’s ists Neujahr,” murmelte Crowley, durch sein Glass schauend, das rote Lippenstiftabdrücke am Rand hatte; er fixierte Erziraphael mit inzwischend fast schielenden Augen. “Menschliches Ding. Vorsätze. Wie --- wie --- ein Versprechen, oder so was. Ansich selbsst.”
“Oh! Oh, ja, natürlich!” Erziraphael lächelte den Dämon strahlend an, liebevoll sein Knie tätschelnd. Es war fünf Minuten bevor die Uhr zwölf schlagen würde und das neue Jahr beginnen würde, das war der Grund warum sie überhaupt angefangen hatten zu trinken; es war echt die Hölle los, wie man sagt und Engel und Dämon hatten sich kaum gesehen, da ihre Vorgesetzen auf beidenseitensie ordentlich hattenschuften lassen. “Nun, Ich habe nicht wirklich welche, tut mir leid. Hab nie so drüber nachgedacht; die Zeit vergeht soschnell, du weißt ja wie es ist.” Es gab einen kurzen Moment von kurioser Stille. “Hast du welche, Liebes?”
Crowley blinzelte, einAuge nach dem anderen, sein Blick – sans Sonnenbrille, welche in seiner Tasche steckten – war von Erziraphaels gefangen. “Häh?” murmelte er und Erziraphael lächelte mit irritierter Rührung.
“Vorsätze, mein Junge. Hast du Welche?”
“Oh, Nhgn. Richtig. Das. Ja.” Crowley kippte den Rest in seinem Glas runter und warf es zu seiner Seite (wo es von den Holzdielen abdopste als wäre es ein Kinderspielzeug), er lehnt sich auf dem Chesterfield Sofa zurück und streckt seine Gliedmaßen auf eine Art aus, von der Erziraphael nicht begreifen konnte wie das jemals gemütlich sein kann. “Yea... Ja, hab ich. Ich muss… Ich muss mehr Böses machen. Muss ein besserer-... ein besserer Dämon sein, aber halt schlechter? Ein schlechterer Dämon. Also so in einer schlechten Art. Aber besser in mein’m Job. Nd’alles das.”
“Bitte, Liebster,” sagt Erziraphael spöttisch, unfähig sich davon abzuhalten. Er genehmigt sich ein weiteres Glas Wein, gibt Crowley einen wissenden Blick und rollt seine Augen mit flair; er erinnert sie beide an die Bastille, und einen aristokratischen, pickigen Engel/Jungfrau in Nöten. “Du bist völlig wundervoll, genau so wie du bist, Crowley. Die Hölle ist töricht nicht dein immenses Potential zu erkennen, und ich meine Generell nicht nur dafür Böses zu tun.”
Crowley verschluckte sich und sein Gesicht wurde noch roter- mit Sicherheit vom Alkohol. “Huh,” sagte, etwas dümmlich. “Denks’ du wirklichh?”
“Zweifellos,” antwortete Erziraphael, sein eigenes Gesicht errötete sich auch etwas. Er räusperte sich, sein Glas in der Hand drehend eher als Auswand um Crowley nicht in die Augen schauen zu müssen. “Ja. Ja, natürlich. Warum sollte ich jemals nicht? Wie sind Freunde seit tausenden von Jahren, natürlich habe ich erkannt was für… Talente du hast, Crowley.”
“Häh,” sagte Crowley wieder, sehr wortgewandt, er zwinkerte langsam und rollte seinen Kopf zurück (es schien so als würde er seinen Blick quasi von Erziraphael wegreißen), er starrte trübsinninig auf die Uhr an seinem Handgelenk. Draußen war ein erstes Feuerwerk zu hören, dann noch eines und dann klang eine Glocke als die lauten Geräusche vieler Feuerwerke aus der Entfernung erschallten.
“Es ist Mitternacht,” informierte Crowley Erziraphael, und schaute ihn auf eine Weise an die der Engel nicht ganz entziffern konnte, sein Blick fiel kurz runter auf Erziraphaels Gesicht und im nächsten Moment schauten sie sich wieder in die Augen.
“So ist es,” stimmt Erziraphael zu. Er lächelte Crowley an, welcher einen benommenen Gesichtsausdruck hatte, das Gesicht eines Dämons der höllische Kopfschmerzen am nächsten Morgen haben wird- außer natürlich, er hat einen Engel für ihn der sich um ihn kämmern wird. “Weißt du was?” sagte er plötzlich, “Ich glaube ich habe doch einen Vorsatz.”
“Ja?” Crowley drehte seinen Kopf um ihn noch einmal anzuschauen, Erwartung in seinem Blick. “Was’s das?”
Erziraphael betrachtete seinen Gefährten, sein Herz pochte seltsam in seiner Brust. Crowley sah ziemlich zerzaust aus, seine Haare standen in alle Richtungen, seine Jacke aufgeknöpft, und immer noch so schön wie immer. Als er ihn so anschaute wurde Erziraphael an den Engel errinert der er einst war und wie sehr sie alberne menschliche Traditionen, wie die Feuerwerke die gerade von draußen zu hören waren geliebt hätte- er fragte sich ob Crowley sie immer noch liebte, und nur die Liebe vertseckte, wie er seine Freundlichkeit versteckte.
“Ich glaube ich würde gerne die Sterne anschauen gehen,” sagte er dann, tätschelte Crowleys Knie sanft. “ Und ich will kein einziges Buch verkaufen. Und ich will mehr menschliche Dinge tun; mehr von der Erde erleben, als davor, während sie noch hier ist.”
Crowley lachte, scharf und bellend, seine Augen leuchtend im halbdunkel des Ladens. “Ne, du machst’s doch jetzt schon, das zweite mein ich. Un’ das dritte. All’s Sushi un’ die Bücher.” Er grinste, und schwenkte weider eine Hand herum und zog etwas am Kragen seines Hemds wie um einen Lufthauch unter sein Kleidung zu lassen. “Un’ der Wein natürlichh. Menschliche Versuchungen, n’ all das.”
Erziraphael lächelte ihn an, warm und freundlich, wenn ein wenig verärgert. “Das mache ich, ja,” stimmte er ihm zu, und nahm einen Schluck Wein, das Flattern in seiner Brust ignorierend. “Das mache ich schon.” Er erlaubte wieder seinen Blick Crowleys treffen zu lassen für einen Moment, und seine Lippen zuckten kurz nach oben. “Hast du noch andere Vorsätze? Außer des ersten, der ziemlich unsinnig war?”
Crowley rollte mit den Augen, aber sein Herz steckte nicht dahinter, Erziraphael konnte es herauslesen. Der Dämon schaute ihn etwas länger an als er das normalerweise tun würde, sein Blick blieb etwas unter Erziraphaels Nase hängen, vielleicht auf seinem Lippenbogen. Aber das wäre ja lächerlich zu denken.
“Mit dem ersten könnte ich behilflich sein,” war alles was Crowley sagte, und Erziraphael dachte dass er vielleicht wieder nüchtern war. Er beantwortete die Frage des Engels nicht. “Für deins, Sterne schauen, mein ich. S’wär nett. Eines Tages. Wir könnten, y’know. Im Rizz essen gehen, dann raus aus den South Downs. Eine Hütte finden. Hinsetzen und die Sterne anschauen.” Er schluckte schwer, seine Kehle bewegte sich auf der Linie seines Adamsapfels. “Meine Sterne. S’wär nett.”
“Ja.” antwortete Erziraphael, ein bisschen traurig. Er lächelte wieder, diesmalweniger ehrlich, das Flattern in seinem Herz zurseitegedrückt von einer schmerzlichen Art von Sehnsucht, einer schmerzlichen Art von Begierde. “Eines Tages. Es wäre schön.”
Eines Tages, wenn sie sich keine Sorgen über Himmel und Hölle machen müssten, Engel und Dämonen, gut und böse.
Eines Tages, wenn sie auf ihrer eigenen Seite stehen können und sich keine Sorgen machen müssen über die Seiten die ihnen zugeteilt wurden, als kaum als das Universum selbst geschaffen wurde, kaum als die Sterne in den Himmel gehängt wurden. Eines Tages, wenn Erziraphael das Flattern in seiner Brust freilassen würde damit es hoch steigen kann, zu den funkelnden knallenden Feuerwerken die ein neues jahr bedueten, genau wie die Millionen von Lippen die sich an Mitternacht treffen- und eines Tages, wenn Crowley endlich zugibt was sein wirklicher Vorsatz ist; was die silberne Verkleidung seine eigenen freundlichen Herzens, das Herzen eines Optimists, sang zu ihm, mit seinen rosaroten Wangen und seine Augen die von Erziraphaels Amorsbogenlippen angezogen wurden.
Eines Tages.
Die Vorsätze dieses Jahrs (die Ausgesprochenen und die Nicht) werden vielleicht nicht eingelöst, aber… eines Tages. Werden sie. Sie mussten glauben dass es so kommen wird. Immerhin waren es jetzt fast sechs tausend Jahre gewesen und sie hatten eh nur noch ein paar mehr. Sie können bestehen- und sie können auch überleben was nach dem letzten Jahr kam.
“Eines Tages”, echote Crowley und hob die Weinflasche auf, das Gls schienbar vergessen. Er stoß es mit Erziraphaels Glas, gab ihm ein schiefes Lächeln, seine Augen funkelnd im Halbdunkel des Ladens. “Cheers Engel.” seine Stimme war belegt mit einer nicht entzifferbaren Empfindung, sein Blick glänzend. “Frohes Neues, nicht?”
“Ja,” sagte Erziraphael und lächelte ihn an. In seiner Brust flatterte sein Herz,und er sehnt sich danach es fliegen zu lassen.
“Frohes Neues, mein Liebster.”
