Work Text:
Von Wasser und Steinen
Eisig kühl am frühen Morgen,
der Himmel trägt die Farbe der Sorgen.
Nebel dazu, könnte man meinen,
Menschen, die sich in Reihen vereinen.
Der See war gefroren, ja, and diesem Morgen,
Viele Jungmänner, man könnte meinen, sie fühlten sich geborgen.
Ein Loch geritzt in die Schicht des Eis‘,
der Erste von ihnen, der den Strick durchschleust.
Wirft man ein‘ Stein, so springt dieser nicht,
prägt sich ein, Name und Gesicht.
Er taucht ein, dann wieder auf,
drückt mit den Armen seinen Körper hoch hinauf.
Der zweite Stein wiederholt das Vorgehen,
springt nicht gern, hofft auf’s schnelle Wiedersehen.
Lange dauert’s nicht, er ist wieder da,
kalt und fröstelt, aber nah.
Der dritte Stein,
besonders zierlich und eher klein,
eher ein Steinchen könnte man mein‘.
Er geht hinein und sinkt hinab,
hangelt sich am Seil, die Arme bald schlapp.
Er hätte es geschafft, wäre es gewollt,
er merkt, wie bereits der Atem in der Lunge rollt.
Und dann ist da diese Stimme, erst besorgt, dann schockiert,
Schreie, die Stimme sofort einsortiert.
Rettung sollte kommen,
die Hand durchs Eis wird nicht mehr genommen.
Der bedeckende Schnee wird verwischt,
sodass man sieht, was in den Augen erlischt.
Leben, Atem, Wärme, Liebe - alles zunichte, alles Riskierte.
Das dritte Steinchen sank hinunter,
die Stimmung nun offenbar nicht mehr mutig und munter.
Schock, der lange saß,
Schock, der dort alle Anwesenden betraf.
Lange hatte es nicht gedauert, um zu realisieren,
man sollte anders reagieren.
Lange brauchte es nicht, um zu verstehen:
Blut war rot, aber nicht immer rein,
ebenso sah das - Albrecht Stein.
- itsjusthanna
